Burgholzhausen (mj). Aus einem zarten Pflänzchen ist längst ein beindruckender Blumenstrauß geworden. Erst acht Jahre alt ist das Ensemble „La Cappella“, das in der Heilig Kreuz-Kirche Burgholzhausen gegründet wurde. Der Chor verstand sich als reiner Mädchenchor und hatte das Glück, in Veronika Bauer eine Leiterin zu haben, die äußerst präzise und sehr fachkundig mit ihren Vokalisten arbeitet. Es dauerte nicht lange, bis sich die Mädchen auch überregional behaupten und zahlreiche Preise erringen konnten. Kein Wunder: Der Chor besticht durch absolute Homogenität, sorgsamste Textgestaltung und weiche dynamische Entwicklung in den vorgetragenen Werken.
Die Zeit schritt voran, der Ruf eilte dem Ensemble voraus und immer mehr Mädchen meldeten sich an, um bei La Cappella mitzusingen.
Veronika Bauer ergriff die Gelegenheit beim Schopf und gründete 2005 das Nach- wuchs-Ensemble „La Cappella junior“ für Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren. Auch das reichte bald nicht mehr aus, denn schon bald kam es zur Gründung von „La Cappella nuova“ für Mädchen der vierten bis siebten Klassen. Höchst ungewöhnlich für einen Mäd- chen- respektive Damenchor war die Grün- dung der „Jungs“, die teilweise in „Nuova“ in- tegriert werden, aber auch alleine auftreten. Wie weise all diese zukunftsweisenden Ent- scheidungen waren, zeigte sich beim Konzert „Sternenglanz“ in der „Geburtsstätte“, der Heilig Kreuz-Kirche in Burgholzhausen, das bereits drei Wochen vorher restlos ausverkauft war. Bei einem Vokalensemble, in dem jede Stimme nur einzeln besetzt ist, gleicht es einer Katastrophe, wenn die erste Sopranistin wegen Krankheit kurzfristig ausfällt. Vor acht Jahren hätte man das Konzert wahrscheinlich absagen müssen, aber so konnte man sich auf den Nachwuchs verlassen, der ein grandioses Konzert präsentierte. Daher mussten nur vier Programmpunkte ausfallen, die von der Origi- nalbesetzung gesungen werden sollten.Von der hohen Qualität des Stamm-Ensembles konnte man sich in „O Tannenbaum“ in einer Bearbeitung von Colin Mawby überzeugen. Mit exzellenter Intonation (wohlweislich bedeutet „a-cappella“ ohne instrumentale Begleitung) entführten die Vokalistinnen und Vokalisten in eine beschauliche, teilweise sogar meditative Atmosphäre, passend zur Advents- zeit. Dabei begann Chorleiterin Veronika Bauer mit Weisen aus dem 16. Jahrhundert, legte aber den Schwerpunkt in die moderne Musik. So konnte man wieder einmal erken- nen, dass Moderne nicht gleichzusetzen ist mit kakofonischen Klängen. Weihnachtslieder in Bearbeitungen zeitgenössischer Komponisten wie John Rutter, der längst Einzug in das Re- pertoire der Chöre gefunden hat, waren ebenso ergreifend wie stimmungsvoll.
Als Solisten des Abends sind besonders lobenswert zu nennen Marie Tetzlaff mit der Oboe, begleitet von ihrem Bruder Simon Tetzlaff am Klavier, Cornelia Maurer-WeiĂź (Klavier) und der Sopranist Malte Dressel.
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